Gazi-Stadion auf der Waldau, Stuttgart-Degerloch

Das „Geisterspiel“ gegen Elversberg

Am 25. Oktober 2006 wollte Regionalligist Stuttgarter Kickers nach dem Hamburger SV mit Hertha BSC den zweiten Bundesligisten aus dem DFB-Pokal kegeln. Es kam anders. Beim Stand von 2:0 für den HSV im Gazi-Stadion auf der Waldau ging Linienrichter Kai Voss in der 81. Minute bewusstlos zu Boden. Der 32-Jährige war von einem Bierbecher aus Hartplastik an der Wirbelsäule getroffen worden. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen und vom DFB-Sportgericht mit 2:0 für Berlin gewertet. Geworfen worden war jener Bierbecher aus dem B-Block der Kickers-Fans, von dem aus auch der Angeklagte mit drei, vier Begleitern das Spiel verfolgte. Dabei waren sie nicht nur durch VfB-Gesänge aufgefallen, sondern laut Zeugen auch durch ihren Bierkonsum. Sie habe die Gruppe direkt neben ihr immer wieder besorgt beobachtet, gab eine 57-jährige Zeugin zu Protokoll. Dann habe sie gesehen, wie der Angeklagte ausgeholt, den Becher “mit Schmackes geworfen”, und dieser den Linienrichter getroffen habe. Der Angeklagte habe triumphierend gegrinst, ein Kumpel mit einem Schulterklopfen zu dem “Volltreffer” gratuliert.

Das Strafverfahren gegen den angeblichen Täter war im Juli 2007 noch immer nicht abgeschlossen.

Der Vorfall hat die Kickers viel Geld gekostet. Neben 10 000 Euro Strafe vom DFB mussten für rund 35.000 Euro ein Netz vor der Gegengerade gespannt werden. Das Heimspiel gegen Elversberg wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.